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Willkommen in Wuxi

Hallo aus Wuxi !

Hier, sozusagen als „Gastbeitrag“, einige Eindrücke von unserem Besuch bei Arno
(wir: seine Schwester Leandra, deren Freund Björn und seine Mutter).

Der erste und andauernde Eindruck: heiß !!!

Wenn man aus einem klimatisierten Raum ins Freie tritt, kann man erst mal kaum atmen und binnen weniger Minuten ist das T-shirt nassgeschwitzt.
Glücklicherweise gibt es fast überall (außer im Seidenmuseum in Suzhou) Klimaanlagen, sodass z.B. nachts das Hotelzimmer konstant auf 26°C gehalten wird und man (trotz der harten Matratzen) recht gut schlafen kann.

Ein weiterer Eindruck ist, dass die Chinesen sehr freundlich sind ! Wo man auch hinkommt, wird man mit einem Lächeln und aufmerksamem Blick begrüßt.
Die Zimmermädchen im Hotel verrichten lächelnd ihre Arbeit und strahlen jeden Tag wieder, wenn ich 3 meiner 6 chinesischen Worte anbringe (Guten Tag, danke, tschüss) und im Supermarkt packen 3 Angestellte die eingekauften Waren für uns ein.

In den 5 Tagen, die wir jetzt hier sind, habe ich tatsächlich nur einmal miterlebt, dass auch die Chines(inn)en richtig lautstark schimpfen können, das war bei McDonalds in Shanghai, wo es sehr schwierig ist, einen Sitzplatz zu ergattern und eine ältere Dame zuerst ihren Enkel ausgeschimpft hat, weil er den eroberten Tisch verlassen hat und dann ihren sichtlich verdutzen Mann, als er mit vollem Tablett kam, weil er so lange gebraucht hat!
Wir allerdings genossen wieder die Zuvorkommenheit der chinesischen Angestellten (die dort zu mehreren ständig aufräumen, wischen und putzen), die uns einen der heißbegehrten 4-er-Tische organisierten!

Bemerkenswert ist auch der hier (vor allem von den Taxifahrern) gepflegte Fahrstil.
Ähnlich wie in anderen Großstädten (ich kenne Paris u.London) sollte man auch hier mit voller Aufmerksamkeit fahren, da ja jeder möglichst schnell vorankommen will und Rücksichtnahme auf Roller, Fahrräder oder gar Fußgänger dabei nur hinderlich ist.

Aber in Shanghai (ca.20 Mio Einwohner) und WuXi („nur“ 5 Mio) scheinen rote Ampeln, Straßenmarkierungen (wie doppelt durchgezogene Linien), Richtungspfeile oder gar Zebrastreifen nur Vorschlags-Charakter zu haben.

Warum sollte man auch, wie eingezeichnet, nur auf 3 Spuren fahren, wenn doch auch 5 Autos nebeneinander passen? Oder warum sollte ein Transportroller einen Umweg fahren, wenn es entgegen der Fahrtrichtung auf einer 3-spurigen Autostraße schneller geht ?

Das Erstaunliche dabei ist, daß wir keinen einzigen Unfall gesehen haben und alle Verkehrs-teilnehmer damit äußerst lässig umgehen, keiner regt sich auf (wie in Deutschland), wenn ihm einer hupend die Vorfahrt nimmt. Insgesamt hat man hier den Eindruck, die Hupe ist an allen Fahrzeugen das wichtigeste Teil und wird kräftig eingesetzt !

Natürlich haben wir uns auch viele Sehenswürdigkeiten angeschaut, sowohl in Shanghai als auch in WuXi, teils mit Arno (sehr angenehm, da mit Chinesisch-Kenntnissen), teils alleine (etwas aufregender, da Verständigung nur mit Händen und Füßen möglich).

Mit am beeindruckendsten war unser gestriger Ausflug nach Lingshan, wo sich eine noch von buddhistischen Mönchen benutzte Tempelanlage befindet. Diese Gebäude liegen in einer Gartenanlage, die mehrere Buddhas schmücken, z.B. ein liegender, lachender Buddha, auf dem lauter kleine chinesische Kinder rumturnen, ein ca. 6 m hoher stehender Buddha und als Krönung auf einer Anhöhe, die über ca.250 Stufen zu erklimmen ist (was wir im Schweiße unseres Angesichtes wirklich getan haben!) noch einmal der gleiche stehende kupferne Buddha, diesmal allerdings 88 m (!) hoch. Von da oben kann man die gesamte Anlage in ihrer symmetrischen Form und noch weit mehr darüber hinaus betrachten.

Zusätzlich gibt es dort noch einen großen Brunnen, den „Brunnen der neun Drachen“, die rundherum als große Kupferfiguren dargestellt sind und in dessen Mitte sich eine große, verzierte Säule erhebt, worauf schließlich eine geschlossene Lotusblüte den Abschluss bildet.

Gerade als wir oben beim Großen Buddha waren und einen guten Überblick hatten, konnte man laute klassische Musik hören und sehen, wie passend zu dieser Musik Wasserfontänen im Brunnen aufschossen und die Blätter der Lotusblüte sich zu öffnen begannen. Zum Vorschein kam ein kleiner goldener Buddha, der umtost von Musik und Wasser sich einmal um sich selbst drehte und dann wieder in den sich schließenden Lotusblättern verschwand.
Das war wirklich großes Schauspiel !

Es gäbe wirklich noch sehr viel mehr zu schreiben, aber wir wollen ja die Geduld der Leser nicht unnötig strapazieren und überlassen dieses Feld wieder in Arnos bewährte Hände.

Abschließend möchte ich sagen, dass wir uns sehr gefreut haben, Arno hier so wohlbehalten und zufrieden anzutreffen und uns schon freuen, ihn ab September wieder zu Hause zu haben. Unsere Besuchsreise war ein großes Erlebnis und hat uns viele, viele neue Eindrücke beschert.

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