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Bĕijīngs Sehenswürdigkeiten (Teil 1)

In den Straßen von Bĕijīng

Als ich mich heute zu Fuß vom Hotel auf den Weg zum Tiān’ān mén Platz (vor der Südseite der verbotenen Stadt) machte, sah ich schon nach wenigen Metern in einem Hof an der Straße von außen wunderschöne Pagodendächer, die anscheinend nicht direkt für Besucher zugänglich waren, der Hof jedoch auch nicht verschlossen war. Am Eingang saß in einem kleinen Häuschen eine Person, die vielleicht dort aufpassen sollte (vielleicht auch nicht, das war für mich nicht ersichtlich), die jedoch bessere Singe wie telefonieren oder fernsehen, zu tun hatte. Also bin ich dort so vorbeigegangen, dass sie es nicht merkt und habe hinter dem einen Pagodendach noch einige andere gefunden, die wohl zu einer Art altem Tempeldorf gehörten, jedoch hier ohne Beachtung blieben und nicht für die Öffentlichkeit hergerichtet, obwohl wunderschön, waren.

Pagoden im Hinterhof (Bild 1)Pagoden im Hinterhof (Bild 2)Pagoden im Hinterhof (Bild 3)Pagoden im Hinterhof (Bild 4)Pagoden im Hinterhof (Bild 5)Pagoden im Hinterhof (Bild 6)Pagoden im Hinterhof (Bild 7)Pagoden im Hinterhof (Bild 8)Pagoden im Hinterhof (Bild 9)Pagoden im Hinterhof (Bild 10)

Auf dem Weg zum Tiān’ān mén Platz habe ich heute in einem kleinen Imbiß wieder ein paar JiăoZì gegessen und mich sogar ein bisschen mit den Leuten unterhalten, die dort auch aßen bzw. kochten. Sie schienen schon sehr aufgebracht zu sein, als ich als Nicht-Asiate den Raum betrat, was ich aber keineswegs als unangenehm empfand. Sie freuten sich, als ich merkte, dass der “Teller”, in dem meine JiăoZì lagen, keinen Boden hatte (sondern nur ein Sieb aus braunem Bast) und ich trotzdem Sojasoße reinkippte :-) Ich sagte dem Koch bescheid, der sich auch freute, und entschuldigte mich. Nach meinem (sehr leckeren) Essen fragte ich dann die zwei jungen Männer, die im Vorfeld schonmal laut ihr Englischvokabular erprobten, wie denn die Suppe heiße, die sie aßen. Ich versuchte außerdem (ebenfalls auf Chinesisch) zu erklären, dass ich mit dem Begriff tāng miàn, der in meinem Wörterbuch für Nudelsuppe steht, in anderen Restaurants auf taube Ohren gestoßen bin (was nicht bzw. nicht immer an meiner Aussprache lag :-P ). Ich glaube, sie verstanden ungefähr, was ich sagte und erklärten mir dann, mit Unterstützung der Leute am andern Tisch sowie Buchstabieren, dass ich “cute” sei (wahrscheinlich kannten sie sonst nicht so viele Wörter) und fragten mich, woher ich komme. Dann kam noch die Köchin aus dem Nebenraum und fragte, ob ich auch eine Nudelsuppe wolle, nach deren Namen ich gefragt hatte. Ich verneinte und ließ mir sicherheitshalber den Begriff chā jiàng miàn auf chinesisch und auf Pinyin Umschrift aufschreiben. Pinyin ist übrigens die “Lautschrift” in unseren lateinischen Buchstaben, die die meisten Chinesen (allerdings ohne Betonungsstriche) auch beherrschen, vermutlich da sie ihre Zeichen so in den PC oder ihr Handy eintippen. Der Koch sagte mir dann den Preis und die Köchin fragte, ob es geschmeckt hatte und so bin ich frohen Mutes weiter Richtung Tiān’ān mén Platz gegangen.

Tiān’ān mén Platz in Beijing

Tiān’ān mén Platz und Verbotene Stadt

Ganz nach Empfehlung von Liu Fei am Samstag (siehe Shanghais Sehenswürdigkeiten Teil (2)), bin ich dann gegen 11 Uhr am Tiān’ān mén Platz in das Regierungsmuseum gegangen, um Mao Zedong zu sehen, der dort aufgebarrt in einem Glaskasten liegt und auch äußerst viele Einheimische anzieht. Dieses Museum ist schon eindrucksvoll, vor allem weil ich noch nie so viele Chinesen so still gesehen habe ^^ Leider gibt es aber eine vorgegebene Route, die man durchläuft, und die (wie könnte es anders sein) in einen Raum mit Verkaufsständen für Mao-Zedong-Souvernirs mündet.

Am Südende des Tiān’ān mén Platzes steht weiterhin ein altes Festungsgebäude namens ZhengYangMen (正阳门), das noch aus der Yuan-Dynastie stammt (1279 - 1368 n.Chr.) und, zusammen mit dem Arrow Tower, einziges Überbleibsel der südlichen Stadtfestungsanlagen ist. Das weiß ich alles, oder meine, mich daran erinnern zu können, weil ich in dem Museum, war das sich heute darin befindet. Das Museum war sehr interessant, da es Eindrücke über die verschiedenen Epochen vermittelt, die das Gebäude gesehen hat und auch alte Gebrauchsgegenstände und Waffen zeigt, wie einen kunstvoll gravierten und mit Tierfell überzogenen Bogen mit Pfeilen oder ein Gewehr der ersten Generation. Leider hatte ich am Eingang zum Regierungsmuseum meinen Rucksack und meine Kamera hinterlegen müssen, weshalb es hierzu keine Bilder für Euch gibt.

Um in die verbotene Stadt zu kommen muss man erstmal ein Stück über den Platz am Südtor vor der verbotenen Stadt gehen, wo man (wie an fast allen Attraktionen in Beijing) vor allem als Nicht-Chinese von handelstüchtigen Chinesen belagert, die einem Führungen, Eintrittskarten oder Postkarten andrehen. Obwohl ich diese Menschen bisher letztenlich immer abgewedelt habe, egal, wie penetrant sie waren (man muss sie einfach lange genug ignorieren), habe ich hier ein paar Postkarten für zusammen 20 RMB gekauft (ca. 2 €; er wollte zwar erst 40, aber ich hätte ihn sicherlich noch runterhandeln können, wenn ich darauf gefasst gewesen wäre :-P ) und außerdem die Eintrittskarte für die verbotene Stadt, was sich ebenfalls nicht als Betrug herausstellte. Mit 40 RMB (ca 4 €) übrigens die teuerste Eintrittskarte außer der fürs Theater, die ich bisher für chinesische Sehenswürdigkeiten gekauft habe. Normalerweise kosten sie zwischen 10 und 20 RMB (1-2€).

Die verbotene Stadt selbst fand ich überraschenderweise, bis auf den Yu Gong Yuan (Imperialer Garten) am nördlichen Ende, nicht besonders aufregend und habe mir deshalb auch nicht jeden Winkel mehr davon angesehen (ein Fehler?! :-) ). Aber seht selbst:

Eingangstor zur verbotenen StadtPagode in der verbotenen StadtSeitengang in der verbotenen StadtEiner der Plätze innerhalb der verbotenen StadtDachverzierung der PagodenYu Gong Yuan (Imperialer Garten) in der verbotenen StadtHauptgebäude des Yu Gong Yuan der verbotenen StadtPavillon im Yu Gong YuanYu Gong YuanPavillondach des Hauptgebäudes im Yu Gong Yuan von untenPagodendach überhalb der inneren Mauer der verbotenen Stadt

Der Sommerpalast

Anschließend bin ich, trotz der eisigen Temperaturen und des rauhen Windes, noch mit dem Bus zum anderen Ende der Stadt gefahren, um mir den Sommer Palast anzusehen, der sich über ein großes Areal samt mehrerer Seen und Berghügel erstreckt. Hier habe ich unter anderem den Sonnenuntergang genossen und eine Familie kennengelernt, die mir zunächst wieder diese Gummi gegossenen Früchte am Spieß andrehten. Ich habe eins genommen, um den Mann freundlich zu stimmen, damit er ein Foto von mir macht. Dann erst kam seine Familie. Das waren seine Frau und zwei Kinder, ein Junge und ein kleines Mädchen. Diese waren begeistert, einen so fremden Menschen kennenzulernen und wollten sich mit mir unterhalten, wovon ich leider nicht viel verstanden habe. Als sie weggingen, habe ich noch verstanden, wie der Junge seinen Vater fragte “Das ist keine Chinese, Papa” :-) Kurz darauf traf ich sie wieder und sie begrüßten mich erneut. Der Junge fing spontan an, auf Englisch von 1 bis 8 zu zählen. Nach kurzer Bedenkzeit machte er dann bei 9 weiter :-P Das Mädchen sprach alles nach, ob chinesisch oder englisch, und lachte dabei, was wirklich super süß war :-) Der Vater zückte schon bald sein Handy und wollte ein Foto von mir machen. Da seine Kinder ohnehin schon um mich herumwuselten, nahm ich sie zur Seite, damit sie mit auf dem Foto waren. Das gleiche machten wir dann mit meiner Kamera. Danach verabschiedeten wir uns erneut und gingen unserer Wege.

Aufstieg am Hang des Sommer PalastesEinsamer WegBrücke mit SchreinOben angekommenEine der vielen Stupas im SommerpalastGemäuerGroßer Buddhaschrein mit 1100 Buddhastatuen an den WändenZwei weitere StupasNoch eine letzte StupaSteiniger WegSechseckiger Turm am Fuß des HügelsDachverzierung der Pagoden im SommerpalastZypressen in der Anlage am Ufer des SeesChinesen, die sich über das Eis freuenGeländer, mit steinernen Lotusblüten verziertIm SonnenuntergangDie neugierigen Kinder des VerkäufersHier sind sie nochmal mit mir

Ich hab zwar noch mehr Bilder, aber da ich nun schon knapp drei Stunden an diesem Artikel sitze, bekommt Ihr die wann anders. Ich werde mir überlegen, ob ich weiter in dieser Ausführlichkeit berichten und Bilder zeigen soll :-)

Ich gehe jetzt erstmal schlafen, gute Nacht!

7 Responses

  1. Thomas




    Hi Arno,
    das ist ja alles suuuper interessant was Du schreibst! Auch die Bilder sind toll!!! Erstaunlich, wie viele beeindruckende Sehenswürdigkeiten du schon in den paar Tagen gesehen hast. Wir sind schon gespannt, wie es weitergeht.

    Viele Grüße aus Hausen sendet dir
    Thomas und die Mädels

  2. helena




    klar sollst du so weiter machen! :)
    wenn du mal anfängst da zu studieren, hast du vll nicht mehr jeden tag so was spannendes zu schreiben, aber im moment kannst du das ruhig so weiter machen :D
    schöne grüße aus dem sonnigen (aber trotzdem noch kalten) deutschland!




  3. Na Bruderherz…da bist du also in China schon bei den kleinsten Frauen so begehrt wie hier ;)

    Freu mich das du dir so tolle Orte anschauen kannst, ich hoffe du zeigst mir ein paar davon, wenn wir dich besuchen kommen..

    Knutscher




  4. Na freilich! Wenn Ihr kommt, spiel ich erstmal Reiseführer und zeig Euch, was man hier so machen kann ^^
    @Helena: Danke, du bist die Beste ;-)

  5. Methu




    Also, kann mich nur Helena anschliessen und sagen, dass mich die Detailliertheit im Blog nicht sonderlich stoert- eher im Gegenteil.
    Mach weiter so! :)

    Ausserdem, will auch besuchen kommen! Will dolle wenn du verstehst. ;)

    Alles Liebe!!




  6. Hmm verdammt, jetzt kann ich mich nicht mehr entscheiden, wer die Beste ist ;-)

  7. Annica




    Wow was fuer tolle Bilder! Herrlich :)

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